SONIA RUTSTEIN

Schlicht, einfach und authentisch

Ihren berühmten Cousin Bob Dylan hat Sonia Rutstein nie getroffen. Wäre sicher aufregend. Songwriting-Tipps bräuchte sich die Folkmusikerin aber nicht holen, wie sie bei ihrem dritten Besuch im Friedrichsorter Kulturladen Leuchtturm bewies.

Von Thorben Bull
Kieler Nachrichten
Artikel veröffentlicht: Samstag, 05.05.2018 08:13 Uhr
Quelle: Michael Kaniecki


Kiel

Sonia Rutstein hätte - vor dem Hintergrund, dass bei den Gastspielen zuvor der Kulturladen Leuchtturm fast aus allen Nähten platzte – ein paar mehr Hörer verdient gehabt.

Der erste Eindruck
Rutstein blickt schließlich auf eine 17 Platten starke Diskographie zurück und zeigt schon mit dem Opener „On The Beach“, dass sie mehr als eine nur geübte Songschreiberin ist. Folk in Moll aus der Bandumarmung gerissen, eigentümlich zeitlos und kompositorisch immens dicht.

Die Musik
Im Pausengespräch verriet Sonia Rutstein ihre Einflüsse: Odetta, The Limeliters und Peter, Paul and Mary als Kind, später als junge Erwachsene unter anderem Simon and Garfunkel und Stevie Wonder. Und so scheint es auch, als wolle sie in den Songs die gesamte amerikanische Songwriting-Tradition aufzeigen. Im Folk verankert, streut sie Country-, Blues-, und Soul-Spritzer ein. Zwar sehr fein, aber doch kenntlich.

Das Publikum…
…ließ in aller Stille die großen Songs auf sich wirken.

Was in Erinnerung bleibt
Schlicht und einfach ihre authentische Art. Zudem erzählten die Songs Geschichten und trugen Botschaften in sich. Nicht zuletzt „Abraham“ als Reaktion auf die Präsidentschaftswahl 2016 in den Vereinigten Staaten.

Fazit
Sonia Rutstein hätte - vor dem Hintergrund, dass bei den Gastspielen zuvor der Kulturladen Leuchtturm fast aus allen Nähten platzte – ein paar mehr Hörer verdient gehabt. Auf der anderen Seite: eine derart großartige Musikerin hautnah, persönlich und in intimer Atmosphäre zu erleben hatte auch etwas für sich. Tolle, vielschichtige Songs inklusive!

http://www.kn-online.de/Nachrichten/Kultur/Blitzkritik-Sonia-Rutstein-Schlicht-einfach-und-authentisch

21 März 2018

Die Besucher strömten von überall her zum Folkfestival nach Blieskastel. Aber auch die Künstler waren von weit her angereist.

Bei der Auswahl der Einzelkünstler und Gruppen, die am Freitag und Samstag beim Folkfestival in Blieskastel auftraten, hatte man eine glückliche Hand. „Sonia disappear fear“ zum Beispiel, die körperlich kleine Liedermacherin aus Baltimore, faszinierte das Publikum am ersten Tag des zweiten Festivals mit einer gewaltigen Stimme. „Sie hat alles aus sich und ihren Instrumenten herausgeholt“, fasst Jutta Hähne vom organisierenden Kulturamt in aller Kürze zusammen. Alle, die gekommen waren, waren angetan von dieser Power-Frau, die Lieder coverte, aber auch viele selbst geschriebene und komponierte mit Akustik- und E-Gitarre sowie einer Mundharmonika begleitete. Für diese „tolle Frau mit gigantischer Stimme und toller Gitarre“, wie sie ein Zuhörer in der Bliesgau-Festhalle nannte, hätte man sich noch viel mehr Zuhörer gewünscht. Am Freitagabend war es ein überschaubares Häuflein, dessen Begeisterung aber für 600 Fans gereicht hätte. Kurzerhand entschied der Veranstalter, das Konzert ins Foyer zu verlegen und schaffte so spontan eine Lounge-und Club-Atmosphäre, die wohl zusätzlich dazu beitrug, dass es ein sehr intensiver Abend mit der Künstlerin wurde.

Spielfreudig, poetisch und politisch

SONiAs mitreißender Auftritt im Pädagog

Amerikanische Singer-Songwriterin beschert der Darmstädter Americana-Reihe ein Highlight!

Veröffentlicht am 11. April 2015 von Thomas Waldherr in Eventberichte

Einen besonderen Gast durften die Macher der Darmstädter Konzertreihe Americana im Pädagog (präsentiert von Country.de) am Donnerstagabend (9. April) zu einem Extra-Konzert auf der Bühne des rustikalen Gewölbekellers des TIP begrüßen. Die Singer-Songwriterin SONiA aus Baltimore, Maryland, machte auf ihrer diesjährigen Deutschland-Tour erstmals Station in Darmstadt. Und gewann sofort die Herzen des Publikums.

Gut zwei Stunden lang fesselte sie die Zuhörer nur mit ihrer Stimme, ihrer Gitarre und ihrer Mundharmonika – und ihrer Persönlichkeit und Performance. Die zierliche Sängerin ist ein wahres Energiebündel. Mit Verve schlägt sie die Gitarre an, bläst die Mundharmonika mit voller Kraft und lebt ihre Songs aus. Dazu kommt eine natürliche Ausstrahlung mit Struwwelfrisur und sympathisch-breitem Lächeln. Die expressiven Energieausbrüche werden gleichzeitig von einer einnehmenden Bescheidenheit begleitet. SONiA macht nicht viel Aufheben um sich. Im Mittelpunkt stehen ihre Songs und ihre Musik.

Songs, die nicht nur schnell und mitreißend sind wie „The Other Man“ oder „The Banker“, sondern auch langsam und nachdenklich wie „Sugarcane“ oder „Princess And The Honey Bee“. SONiA bildet die gesamte Palette menschlicher Gefühlswelten ab: Liebe und Trauer, Zorn und Scham, Kampf und Rückzug. Und all dies auf einem klaren Folk-Rock-Fundament. Und ist damit wohltuend weit entfernt vom leichtgewichtigem Coffeehouse-Folk-Pop oder den ewigen Molltönen der bärtigen Neo-Folker. Nein, SONiA schafft es, ihre Geschichten über die Abstiegsängsten der Menschen der Mittelklasse, gegen Krieg und Gewalt oder gegen die sexuelle Unterdrückung nie bitter oder einfach nur zornig, sondern stets auch optimistisch zu erzählen. Man merkt es der Künstlerin in jeder Minute ihres Auftritts an: Sie kämpft gegen das Unrecht, weil sie das Leben und die Menschen liebt. Sie ist sicher eine der großartigsten Singer-Songwriter überhaupt, die nicht die Aufmerksamkeit der großen Öffentlichkeit bekommen, die sie verdienen.

Dieses Schicksal teilt sie mit ihrem großen Vorbild Phil Ochs an dessen Todestag (9. April 1976) das Konzert stattfand und dessen Songs („Changes“, „Power And Glory“) natürlich auch an diesem Abend bei ihr im Programm waren. Eine Überraschung war dann aber selbst für die SONiA-Kenner der an diesem Abend eingestreute Dylan-Song „Like A Rolling Stone“. Ein Song des Songwriter-Übervaters, mit dem sie verwandt ist, auf einer Setlist von SONiA – das war eine echte Premiere! Hier kämpfte sie sich sympathisch und voller Leidenschaft durch das Dylan-typische übervolle Textdickicht und bekam beim berühmten Refrain „How Does It Feel“ dann aber auch viel gesangliche Unterstützung vom Publikum, das jetzt aus dem Singen nicht mehr herauskam und auch die Zugabe „Leavin‘ On A Jetplane“ – geschrieben von John Denver, berühmt durch Peter, Paul & Mary – zum großen Sing-A-Long machte. Und so verwandelte sich der Keller des altehrwürdigen Pädagogs zu Darmstadt für mehr als zwei faszinierende Stunden in einen Folk-Club mitten im Greenwich-Village.

Am Ende hatte SONiA der Reihe „Americana im Pädagog“ eine echte Sternstunde beschert. Einhellige Meinung: Sie muss wiederkommen!

 

STAR-GASTSPIEL

Sonia Rutstein gibt Folk-Konzert bei Vitos

Die Cousine von Bob Dylan – selbst eine herausragende Musikerin – tritt in Gießen auf. Sie ist nicht nur auf der Bühne engagiert.

25. April 2017, 19:00 Uhr

Sonia Rutstein ist schon mit Bruce Springsteen aufgetreten, sie ist die Cousine von Bob Dylan, und ihre Liveauftritte sind mitreißend. Am kommenden Freitag, 28. April, kann man sie ab 20 Uhr in der Kapelle der Vitos-Klinik erleben. Weltweit liefert sie mit 18 ausgezeichneten Alben kraftvolle Lieder, die Ungerechtigkeit benennen, präsentiert mit Leidenschaft und Hoffnung. Sie erreicht eine stetig wachsende Fan-Gemeinschaft in über 20 Ländern. Oft als der »weibliche Dylan« beschrieben, hat Sonia die »Coin of Honor« für ihre humanitären Anstrengungen erhalten. Ihre letzte CD »Live at maximal« war in der Vorrunde für den Grammy als bestes Folk-Album des Jahres 2016. Der Eintritt zu ihrem Konzert in der Reihe »Musik bei Vitos« (Licher Straße 106) ist frei.

Solo-Orchester

Von Klaus-J. Frahm (www.mittelhessen.de)

VITOS KAPELLE: Sonia Rutstein begeistert Folk-Fans

GIESSEN - Parkplätze waren auf dem weitläufigen Gelände der Vitos Klinik schon eine halbe Stunde vor dem Konzert Mangelware. Und obwohl die Veranstalter zusätzliche Stühle herbei geschafft hatten, mussten noch viele Besucher stehen. In der Kapelle der Vitos- Klinik gastierte eine amerikanische Folklegende mit einem hinreißenden Solokonzert.

Sonia Rutstein, eine in Europa nur unter Insidern bekannte Vertreterin des politischen Folksongs hatte bei Rainer Römer, dem Organisator der Konzerte bei Vitos angefragt, ob es eine Möglichkeit für einen Auftritt gebe und der hatte sofort zugesagt. „So eine Chance muss man ergreifen“, so Römer und so hatten 200 Besucher das einmalige Erlebnis, bei freiem Eintritt einer der ganz Großen der amerikanischen Folkszene zu lauschen.

Mit funkelnden Augen und breitem Lächeln schaute Sonia Rutstein unter ihrem fransigen Pony hervor. Sie tänzelte und schlug ihre Akkorde auf der Akustikgitarre. Zupfte kunstvoll Soli dazwischen und ließ ihre leicht raue, helle Stimme erklingen. Dass sie eine Cousine von Bob Dylan ist, wusste zwar jeder in der Kapelle, für die Konzertbesucher war das aber nur eine Information am Rande.

Es war die Musik der sympathischen Sängerin aus Baltimore, die die Kapelle gefüllt hatte. Sonia Rutstein steht ihrem Cousin musikalisch in nichts nach und ihre Stimme stellt den legendären Nuschler vollends in den Schatten. Dabei bietet die Künstlerin eine Performance voller überschäumender Freude und musikalischer Kraft. Und Sonia Rutstein ist eine brillante Gitarristin, die ihre Gitarre zum Orchester werden lässt mit ihrem geschickten Picking.

Aber auch am Klavier zeigt sich die Vollblutmusikerin als ausgesprochene Könnerin. Ihre anspruchsvollen Songs sind keine Protestlieder, sondern vor allem aufmunternde Appelle zu Selbstverwirklichung und Mut zum Leben. Es sind dynamische Songs, die oft mit Rockelementen versetzt eine tolle Stimmung in die Kapelle brachten und das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriss.

Sonia Rutstein stand schon mit allen Größen der amerikanischen Folkszene auf der Bühne. Sie sang mit Joan Baez, Pete Seeger, Emmylou Harris, den Indigo Girls, Peter, Paul & Mary und Judy Collins. Ihre Texte sind oft politisch, erzählen aber auch von der Liebe und von ihrem Leben in Baltimore. Musikalisch sind die Songs oft ein stilistischer Crossover aus Folk, Rock, Blues und sogar Pop.

Auftritt.  Foto: Karl-Heinz Bärtl

STADT UND LANDKREIS HOF

Bob Dylans Cousine singt heute in Trogen

Sonia Rutstein aus Baltimore ist als Singer-Songwriterin unterwegs. Am Samstag spielt sie beimn Folkclub Isaar, am Dienstag arbeitet sie mit Schülern der FOS/BOS.

Sonia, Sie sind gerade auf Tour in Deutschland unterwegs: Was gefällt Ihnen am Land besonders?
Ich liebe es, hier aufzutreten! Wir sind gerade auf einer sehr ausgedehnten Tour mit 30 Konzerten, und ich genieße das: Der Frühling hier ist wundervoll, das Essen, die Leute sind toll. Ich komme seit zehn Jahren immer Anfang des Jahres hierher, hatte öfters Auftritte auf der Frankfurter Musikmesse und stehe gern auf den deutschen Bühnen.

Was unterscheidet das deutsche Publikum vom amerikanischen?
In Deutschland ist die Lust auf Live- Musik sehr viel ausgeprägter, sie durchzieht hier alle Generationen. Ich mache ja viel Folk-Music, und da kann ich hier alle Altersklassen ansprechen. In den Staaten gibt es Live- Musik hauptsächlich auf kleinen Bühnen, da sind die einzelnen Generationen meist unter sich.

Sie machen viel Weltmusik, haben Konzerte in über 20 Ländern gegeben: Welche Eindrücke nehmen Sie bei den Reisen für Ihre Songs mit?
Es stimmt schon, ich mische Musik aus vielen Genres, singe auf Englisch, Spanisch, Hebräisch oder Arabisch. Die Wahrheit ist: Ich bin immer zuerst Songwriter und danach erst Performer. Daher kritzle ich überall, wo ich bin, Ideen in mein Notizbuch – und entwickle sie dann, wenn ich zu Hause in Baltimore bin.

Sie stehen seit 30 Jahren auf der Bühne: Wie hat der Wandel der Welt in dieser Zeit Ihre Texte und Ihre Botschaft verändert?
Um ehrlich zu sein: Gar nicht! Es geht immer um Liebe, um Respekt, um ein offenes Herz. Ob das politisch gemeint ist, ob das gegen die Ausgrenzung von Homosexualität geht oder um die Akzeptanz anderer Hautfarben oder Religionen: Gerade vor dem Hintergrund einer Regierung, die sich aus der Weltgemeinschaft zurückziehen möchte, ist es mir wichtig, genau zu wissen, worüber ich singe und wie ich das tue.

Macht Trump Ihren Job schwerer oder leichter?
Er macht es für mich wichtig, zu erklären, was in den USA wirklich passiert. Die internationalen Medienbilden nur einen Teil davon ab. Zum Gesamtbild gehört nämlich auch: Die Bundesstaaten Amerikas suchen gerade nach Mittel und Wegen, dem Handeln Trumps entgegenzuwirken. Er setzt sich schließlich nur für seine Milliardärs-Freunde ein – und es gibt so viele Amerikaner, die das sehen und etwas dagegen tun. Wir haben auch viele Journalisten, die kritisch berichten und ehrlich, wie ich meine. Was ich sagen will: Gute Sachen passieren, auch in Amerika – wir sind nicht so schlecht, wie man uns in diesen Tagen wahrnimmt.


Was muss sich also Ihrer Meinung nach tun?
Ich bin ein großer Bewunderer von Barack Obama, auch von Hillary Clinton. Die Nacht, in der Trump die Wahl gewonnen hat, war die traurigste meines Lebens. Abgesehen von den 99 Tagen, die darauf folgten. Aber die USA wachen gerade auf aus diesem Schock, und überlegen, was sie dagegen tun müssen. Und gerade jetzt, da ich durch Deutschland toure, merke ich, dass wir in den USA zwar die Demokratie nicht gepachtet haben – dass wir das Ruder aber herumreißen können. Dass wir das Ruder herumreißen werden.

Ihr Instrument, das zu unterstützen, ist das Schreiben von Songs. Das üben Sie am Dienstag auch mit Schülern der Beruflichen Oberschulen Hof. Was haben Sie vor?
Wir werden einen Vormittag lang Songs schreiben, die wir den anderen dann mittags vortragen. Entweder, wir setzen uns da mit der ganzen Klasse hin, oder wir bilden Gruppen, sodass am Ende mehrere Songs herauskommen. Ich freue mich sehr auf die jungen Leute!

Nur zum Probieren: Welchen Tipp geben Sie jenen, die der Schlechtigkeit der Welt einen eigenen Song entgegenhalten wollen?
Einfach zulassen, dass Musik etwas ganz Natürliches ist. Die meisten haben das vergessen. Aber man kann jedes Gefühl in Musik übersetzen – man muss es nur probieren.
Das Gespräch führte Christoph Plass

 

„Wir sind eine sehr große Familie – zu Bob habe ich aber keinen Kontakt“, sagt Sonia Rutstein, Cousine von Bob Dylan. Sie selbst stand schon mit Bruce Springsteen, Emmylou Harris oder Pete Seeger auf der Bühne– und liebt es, in Deutschland zu singen.

Konzert beim Folkclub und Schul-Workshop

Sonia spielt heute, Samstag, um 20 Uhr auf Einladung des Folkclubs Isaar im Landgasthof Kienberg in Trogen. Die Liedermacherin ist Trägerin vieler internationaler Auszeichnungen und war schon für den Grammy nominiert. Sie singt und begleitet sich mit Gitarre, Mundharmonika oder Klavier – und springt dabei zwischen Folk und Pop, Rock und Blues, Americana, Reggae und Weltmusik hin und her. Karten gibt es für 13 Euro an der Abendkasse. Am Dienstag ist Sonia zu Gast an der FOS/BOS Hof, um Workshops für die Schüler der elften bis 13. Klassen zu halten. Da geht es um das Schreiben eigener Songs, um ihre sozialen Projekte oder um internationales Management.

   STADT UND LANDKREIS HOF

Mit Sonia zum Song mit Seele

Sängerin Sonia Rutstein und ihre Managerin Terry Irons arbeiten in der FOS mit Schülern. Sie sprechen über die Logistik einer Konzerttour ebenso wie über Lieder mit Gefühl. 

Von Christoph Plass
Samstag,6.Mai 2017     

Hof – „Eine Zeile fehlt uns jetzt noch, um wieder zurück zum Refrain zu kommen“, sagt Jana. Und überlegt: Die Gitarre auf dem Knie, Stift und Block vor sich auf dem Keyboard abgelegt, tüftelt sie zusammen mit Betsy und Michèle an ihrem ersten eigenen Song. „As long as there is Music, you’ll never be alone“ – „Solange es Musik gibt, wirst Du nicht allein sein“: Um diese Zeile dreht sich alles in ihrem Erstlingswerk. Und darum, wie es entsteht. Denn die drei haben, so wie alle anderen kleinen Gruppen, professionelle Hilfe: Sonia Rutstein, die als Singer- Songwriterin die ganze Welt erobert hat, leitet die Schüler an. Dabei zeigt sich, dass Bob Dylans Cousine weit mehr besitzt als musikalisches Fingerspitzengefühl.

Am Samstag hatte Sonia im Folkclub Isaar gesungen – und hatte so viele Interessierte angelockt, dass am Ende nur noch Stehplätze übrig waren. Zurückgelassen hat sie ihr Publikum in großer Glückseligkeit: Musikalisch wie menschlich waren die Fans begeistert von der Künstlerin aus Baltimore. Vor allem drei Lehrerinnen der Beruflichen Oberschule Hof genossen den Abend: Schließlich wussten Elke Rost (in Personalunion auch Folkclub-Akteurin), Kristina Kemnitzer und Karin Zelmer, was sie am ersten Schultag nach dem langen Wochenende erwarten würde – eine Begegnung mit einem Weltstar, der so nahbar wie vielschichtig ist. Das haben am Dienstag vor allem ihre Schüler genossen.

„Hier, versuch doch, vor dem Refrain noch einmal in die andere Tonart zu wechseln – dann tust Du Dir mit dem Text leichter“, empfiehlt Sonia. Jana, die Gitarristin, überlegt kurz; und probiert es aus. Passt! So geht er, der lang gesuchte Übergang in den Refrain. Jetzt können ihre beiden Kolleginnen und sie weiterdenken: Wir schreiben einen Song, der sich um Erinnerungen drehen soll, und darum, dass Musik dabei oft eine große Rolle spielt“, erklärt Jana. Akkorde suchen, Aussagen zusammentragen, dann die Stimmen und die Abfolgen zusammenbasteln: So geht der Vormittag schnell herum an diesem Dienstag. Denn auf dem Programm stehen noch zwei andere wichtige Punkte. Während sich in der FOS-Aula die Schülergruppen zum Songwriting in alle Ecken des Raums verzogen haben, sitzt im Klassenzimmer nebenan Terry Irons umringt von weiteren Schülern. Terry ist Sonias Managerin – und ihre Lebensgefährtin. Wenn Sonia das Herz ist, ist Terry das Hirn – Sonia liefert Emotionen, Unterhaltung, Stimmungen und Gedanken; Terry kümmert sich darum, dass Verträge eingehalten und Flüge nicht verpasst werden.

In der Runde mit den Schülern spricht sie darüber, wie man eine musikalische Botschaft auf der ganzen Welt platziert, über die logistischen Mammutaufgabe, eine Konzerttournee mit Band vorzubereiten, oder darüber, dass sie auf Tour auch schon mal den Weckdienst für die Bandmitglieder spielen muss, weil diese sonst die morgendliche Busabfahrt verpassen würden. Terry sorgt dafür, dass der kanadische Fernsehsender Sonias Songs als Titelmelodie in der richtigen Version bekommt, dass der schwedische Festival-Veranstalter die Sängerin direkt nach dem Auftritt einer Abba-Coverband auf der Bühne auch richtig in Szene setzt und dass die russischen Radiostationen ihren Song über die Katastrophe von Tschernobyl auch tatsächlich spielen.

„Man muss immer vorbereitet sein, und man muss die Dinge einfach erledigen“, sagt Terry. Und die Schüler staunen ehrfürchtig: Im Gespräch bei Kaffee und Tee bekommen sie gerade von einem echten Profi den Unterschied zwischen Musik als Hobby und Musik als Geschäft erklärt. „Umso wichtiger sind uns Veranstaltungen wie diese hier“, sagt Terry Irons am Rande des Schüler- Workshops. Klar: Die großen Konzerte und die CD-Produktionen sind es, die das Geld in die Kasse spülen. „Aber an Vormittagen wie diesen, wenn man sich direkt mit den Menschen unterhalten kann, tankt man wieder richtig Kraft für das Business.“ Und das hat es in sich in diesen Wochen.

Sonia tourt derzeit mit ihrem Programm „Disappear fear“ – „Lass‘ die Angst verschwinden“ – durch Deutschland. Berlin, München, Hoyerswerda: 30 Auftritte in der Bundesrepublik stehen gerade an. Danach geht es weiter nach San Francisco, Oklahoma, Washington D.C. Gerade wegen des vollen Flug- und Konzertplans nehmen sich die beiden Damen viel Zeit für die Hofer Schüler.

„Manchmal ist es schon die erste Zeile eines Songs, die seinen gesamten Charakter festlegt“, erklärt Sonia. Wird er rockig, oder geht es in Richtung Folk, steht er gemütsmäßig in Dur oder Moll, hat er ein Gefühl, eine Aussage, eine Beschreibung als Kern? „Ich persönlich bin ein sehr visueller Mensch, und je genauer ein Song etwas beschreibt, desto mehr berührt er mich“, sagt Sonia. Und die Schüler nicken: Klingt ja auch viel besser, wenn im Lied dicke Regentropfen am Fenster herunterlaufen, als wenn man bloß von trübem Wetter singen würde.

So tüfteln die Schüler den halben Vormittag lang über ihren Songs, während Sonia Vorschläge beisteuert und die Nachwuchs-Songwriter bisweilen behutsam in eine Richtung lenkt. „Nur, um euch eine Idee zu geben, mehr nicht“, betont sie. Sie, die schon mit Bruce Springsteen, Sheryl Crow oder Pete Seeger auf der Bühne tand, will nur Anstupserin sein bei den Schüler-Werken. Klar, dass die vier Songs, die sich die Schüler am Ende gegenseitig präsentieren, etwas ganz Besonderes sind.

Dylans Cousine im Musikcafé

Sonia Rutstein bringt ein wenig Woodstock-Gefühl

Montag, 8. Mai 2017 Kölner Stadt-Anzeiger
Euskirchen/Eifel extra

VON STEFAN LIESER

Dahlem-Schmidtheim. Sonia Rutstein, Singer-Song-Writerin und Folk-Sängerin aus Baltimore in den USA, ist es gewohnt, vor mehreren Tausend Menschen aufzutreten. Jetzt gastierte die Künstlerin, die manche den „weiblichen Bob Dylan“ nennen, im Eifeler Musikcafé Schmidtheim.

„In Schmidtheim zu sein, macht mich sehr glücklich“. Ihr Deutsch ist ein bisschen amerikanisch-hart, aber ihre Freude wirkt ehrlich. Sonia Rutstein, die sich „SONiA“ nennt mit dem Namenszusatz „Disappear Fear“ (Verschwinde Angst), geht die paar Stufen ins Musikcafé hinein. 57 Jahre ist sie alt, seit Jahrzehnten gehört sie zu den wichtigen, weltweit auftretenden und dezidiert politischen Folksängerinnen. Mehrfach wurde sie für den Grammy nominiert und erhielt in den USA wichtige Preise für ihren Kampf für die Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen. Sie ist mit Bruce Springsteen, mit Peter, Paul and Mary, mit Sheryl Crow und Pete Seeger aufgetreten. 19 CD-Alben hat Sonia Rutstein bisher produziert und veröffentlicht.

„Wir bekommen immer wieder Anfragen für Auftritte, Sonias Management hatte uns im Internet entdeckt. Sonia ist derzeit auf Deutschland-Tournee – und jetzt bei uns.“ Ute Bieder vom Musikcafé schildert den Hintergrund des Konzerts eher lapidar. Und die Musikerin lacht: „Schmidtheim, das ist wie ein kleines Geschenk!“ Dass sie eigentlich gar nicht so genau weiß, wo jetzt dieses Schmidtheim in Deutschland, in Europa liegt – auch geschenkt.

Mehr als 70 Fans sind gekommen, selbst Stehplätze sind rar in dem kleinen Konzertraum mit Thekenbetrieb. Die meisten sind aus dem Südkreis Euskirchen und dem nahen Rheinland-Pfalz. „Dasind wirklich viele, die wir zum ersten Mal hier sehen. Heute kommen wir bei den Kosten wohl über die Runden“, sagt Musikcafé Betreiber Lothar Bieder fast schon ein wenig ungläubig. Und schon beginnt das kleine Konzertwunder. Die Gitarre auf der kleinen Bühne in einer etwas größeren Wandnische wird kurz gestimmt – und ohne viele Worte zu verlieren, beginnt Rutstein ihr knapp zweistündiges Set.

Die sympathische, zierliche Frau mit der Wuschelfrisur wirkt wach, konzentriert, kämpferisch. „Abraham“ heißt einer der neuesten Songs, den sie als ihre erste Reaktion auf die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten geschrieben hat. „Ich habe mich nach der Wahl gefragt: Welches sind meine Vorbilder? In der Vergangenheit, in meinem Leben?“, erläutert sie. Abraham Lincoln, Mutter Theresa, Martin Luther King Jr., der Mensch, den sie liebte und der starb. Direkten Bezug auf den neuen Mann im Weißen Haus nimmt sie nicht. Aber: „Natürlich war ich beim Women’s March in Washington, DC nach Trumps Vereidigung dabei. Zusammen mit rund zwei Millionen anderen.“

Widerstand leisten, sich nicht mit Missständen abfinden – ihre Musik sowie die Songs großer Folkmusikkollegen sind für die Künstlerin dazu ein mögliches Mittel.  In „By my Silence“ von Ellen Bukstel stellt Sonia Rutstein das Schweigen infrage: Es geht um die Unterdrückung von Minderheiten, von Juden, illegalen Einwanderern, von Kommunisten, Andersdenkenden – da haben auch die USA eine Tradition. „Mit meinemSchweigen stimme ich zu“, mahnt sie aktives politisches Engagement an. In anderen Songs thematisiert sie den American Way of Life, Freundschaft, Gefühle – zum Beispiel in Liedern des 1976 gestorbenen Folk-Kollegen Phil Ochs. Ein bisschen Woodstock- Gefühl kommt im Eifeler Musikcafé auf. 

Am Ende ist das Publikum begeistert. Dass Sonia Rutstein eigentlich auf den großen Folkfestivals weltweit gastiert, die Oper in Sydney bespielt hat oder bei Downloads ihrer Songs 18 Prozent des Verkaufspreises an die Welthungerhilfe gibt, muss man nicht wissen. Man nennt sie den „weiblichen Bob Dylan“. Rutstein überzeugt. Und Bob Dylan? Der ist tatsächlich ihr Cousin.

Sonia Rutstein ist weltweit auf Folkfestivals zu hören – jetzt gastierte sie im Eifeler Musikcafé in Schmidtheim und forderte politisches Engagement vom Publikum. Foto: Lieser

Von Donald Trump und anderen bösen Geistern

Die amerikanische Liedermacherin Sonia Rutstein begeistert in der Ebene 3

 

Von Michaela Adick

HEILBRONN Nein, nein und nochmal nein. Donald Trump darf nicht siegen. „Es wird nicht passieren“, wiederholt Sonia Rutstein mit einem beschwörenden Unterton in der Ebene 3, so als wollte sie sich selber Mut zusprechen.

Sonst hätte Amerika ja verloren. Und damit auch sie selbst, die sich seit Jahrzehnten für Vielfalt in der amerikanischen Gesellschaft einsetzt: Für die Friedensbewegung und die Rechte Homosexueller, für Umweltschutz und Occupy Wallstreet. „No Bomb is Smart“ hatte Sonia Rutstein 2004 ihr wegweisendes Album genannt, das in der Szene als Ohrfeige gegen George W. Bush verstanden worden war.

Seit fast vier Jahrzehnten steht die Sängerin aus Baltimore nun auf die Bühne, eine Frau mit Meinungen, die sie auch zu vertreten weiß. Doch egal, ob sie sich nun in „Banker“ gegen die unverantwortlichen Auswüchse des Neoliberalismus wendet oder sich in „Blood on the Sidewalk“ gegen die grassierende Gewalt auf Baltimores und Washingtons Straßen ausspricht: Bei aller starken Meinungsbildung ist Sonia Rutstein, die in den Staaten als treibende Kraft der Gruppe Disappear Fear bekannt ist, immer noch eine im guten Sinne altmodische Liedermacherin mit Gitarre und Mundharmonika, eine Singer-Songwriterin in der Tradition von Phil Ochs, wie sie betont. Der war ein Kumpel ihres Cousins Bob Dylan, ein bisschen politischer als Dylan vielleicht.

Offenherzig Topical Songs waren die Stärke des früh verstorbenen Liedermachers, Lieder mit einer konkret ausgesprochenen Botschaft. Und im besten Sinne geradeheraus und offenherzig, so zeigt sich die 56-jährige Sonia Rutstein auch auf ihrem letzten Konzert ihrer vierwöchigen Deutschlandtournee.

In Besigheim, dem letzten Wohnort des inzwischen verstorbenen Gitarristen John Pearse, hat sie einen Anker in Deutschland gefunden. „Echte Freunde“, betont sie. In Deutschland erfreut sich Rutstein, die vor Jahren auf der Musikmesse Frankfurt eine Gitarre mit ihrem Namen vorgestellt hatte und seitdem ihre Fühler gen Europa ausstreckt, immer mehr an der Sprache. Vor 1910 waren ihre Vorfahren aus Gebieten, die heute zu Polen, Litauen, Rumänien und Russland gehören, in die Staaten ausgewandert. Immer wieder versucht sie im Gespräch jiddische Sprachbrocken unterzubringen und den Worten auf den Grund zu gehen. „Verklemmt“ ist so eine Vokabel, die sie zelebriert. Das ist Sonia Rutstein, die Spurensucherin. Die andere Sonia Rutstein vertraut auf einen suggestiven Liedermacherstil, in dem Sprache, Stimme und Gestus verschmelzen. Große Sprachkenntnisse sind hier überhaupt nicht notwendig: „It’s a language beyond language,“ eine Sprache, die der Worte nicht bedarf. Und dennoch: Manchmal sind Worte eben doch wichtig. Wenn sie einen Text von Pastor Martin Niemöller, der Galionsfigur der Bekennenden Kirche, interpretiert.

Und wenn sie „‘L Kol ‘L Vavcha“ anstimmt, einen hebräischen Song, der so viel bedeutet wie von ganzem Herzen.

Bei „Imagine“ von John Lennon mischt sie sich unters Publikum. Es darf nicht nur, es soll mitgesungen werden. Ist doch Ehrensache.

 

Dylans Cousine 

Die amerikanische Musikerin Sonia Rutstein kommt ins Eine-Welt-Haus

Süddeutsche Zeitung
16. Mai 2017, 18:47 Uhr

Konzert

Von Dirk Wagner

"Wenn mir eine Musikerin als Bob Dylans Cousine angepriesen wird, weckt das in mir erst einmal keine Neugier sondern Zweifel", sagt Wolfgang Weber, Veranstalter der Konzertreihe "Tonfolgen" im Münchner Eine-Welt-Haus. Im September 2005 hatte Weber die Reihe mit der Formation Digital Orient im Keller des Hauses gestartet. Fünfzig Zuschauer passten in den Raum mit der kleinen, gerade mal zwei mal drei Meter großen Bühne. "Wenn dort Embryo mit acht Musikern auftraten, war der Raum schon fast von der Band alleine gefüllt", sagt Weber, der mittlerweile in einen größeren Saal im Erdgeschoß umgezogen ist. Der ist zwar nicht mehr ganz so gemütlich wie der "Weltraum" im Keller, in dem die Zuschauer auch nach dem Konzert gerne noch auf ein Getränk blieben. Der große Saal verfügt dagegen nicht einmal über eine eigene Bar, dafür aber über eine deutlich größere Bühne. Und es finden hier mehr als 100 Zuschauer Platz.

Trotzdem sind Webers monatliche Konzertangebote auch hier häufig ausverkauft. Und das nicht etwa nur wegen des günstigen Eintrittspreises von fünf Euro, der auch weniger betuchten Menschen eine kulturelle Teilhabe ermöglichen soll. Sondern auch deshalb, weil Webers Programm mit Musik überzeugt, etwa wenn syrische Künstler oder eine iranische Trommelgruppe dort zu Gast sind.

Weil zur Weltmusik, wie man sie in dem aus dem Dritte-Welt-Café in der Daiserstraße hervorgegangenen Eine-Welt-Haus in der Schwanthalerstraße erwartet, dem Begriff nach auch die US-amerikanisch geprägte Popkultur der westlichen Welt gehört, versuchte Wolfgang Weber mit seiner Veranstaltungsreihe anfangs auch, Münchner Popmusikern wie dem Singer-Songwriter Phil Vetter oder der Band Goya Royal ein Forum zu bieten. "Ich dachte, damit auch eine neue Klientel für das Eine-Welt-Haus zu gewinnen, die sonst in anderen Münchner Clubs verkehrt", sagt Weber, der selbst ein passionierter Konzertbesucher ist. Tatsächlich hätten dann aber die Zuschauerzahlen bestätigt, dass die Besucher des Eine-Welt-Hauses letztlich doch eher Konzerte bevorzugen, die die Auseinandersetzung mit Kulturen jenseits der westeuropäischen ermöglicht.

Eine US-amerikanische Liedermacherin wie Sonia Rutstein, auch wenn sie die Cousine von Bob Dylan ist, passt da eigentlich nicht wirklich ins Konzept. Zumal der Hinweis auf den berühmten Verwandten irritierenderweise noch vor dem Verweis auf die Werke Rutsteins kam. Zum Glück hörte Weber dann aber trotzdem in die Musik der aus Baltimore im Bundesstaat Maryland stammenden Sängerin hinein und stellte schnell fest, dass sie es versteht, großartige, politische Songs zu schreiben, die sie dann entweder als Solistin oder mit ihrer Band Disappear Fear formvollendet zu interpretieren weiß. Die Musik ist eine Mischung aus Blues, Folk und Rock, und Rutstein singt gelegentlich auch mal in Hebräisch, Arabisch, Spanisch oder Deutsch. Der Name ihrer Band ist der Bezeichnung "The Disappear Fear Center" entnommen, die Rutstein für das Baltimore Center for Victims of Sexual Assault, einer Einrichtung, in der sie selbst eine Zeitlang tätig war, erfunden hat. Mit ihrem Namensvorschlag kam sie zwar nicht durch, in der Arbeit mit Opfern häuslicher Gewalt gehe es aber nun einmal vorrangig um die Befreiung von Angst, sagt Rutstein.

Mit Blick auf ihre Songtexte steht der Bandname aber auch für den Abbau ganz anderer Ängste. Etwa der Angst von homosexuellen, bisexuellen und transsexuellen Menschen vor Diskriminierung. Und es geht immer wieder auch um die Wahrung der Menschenrechte und um die Ziele der Friedensbewegung. "No Bomb Is Smart" heißt Rutsteins 2004 für den Grammy nominiertes Solo-Album. Ein anderes Album, das sie 1996 mit Roy Bittan, dem Keyboarder von Bruce Springsteens E Street Band, eingespielt hatte, forderte dem Titel nach "Seed In The Sahara".

18 Prozent des Umsatzes ihrer aus dem Internet hochgeladenen Songs spendet die engagierte Künstlerin Sonia Rutstein an die Welthungerhilfe. Ihre weltweiten Tourneen ließen sie ebenso im Opernhaus in Sydney auftreten wie in einem Schutzraum vor Bomben während des zweiten Libanonkriegs. Am 20. Mai gastiert Sonia Rutstein im Eine-Welt-Haus, das mit seinen mehr als hundert dort beheimateten Vereinen und Organisationen wie zum Beispiel dem Nord-Süd-Forum oder dem globalisierungskritischen Netzwerk Attac zweifellos ein angemessener Auftrittsort für eine so vielseitig engagierte Künstlerin ist. Eintrittskarten für das Konzert gibt es wie immer bei den Tonfolgen nur an der Abendkasse.

Sonia Rutstein; Samstag, 20. Mai, 20.30 Uhr, Eine-Welt-Haus, Schwanthalerstr, 80